In einer Stadt, in der immerzu gefeiert wird – wie bekommt man da noch Aufmerksamkeit für den eigenen Geburtstag? Vor allem, wenn es einem gar nicht ähnlich sieht, zu polarisieren, sondern zu verbinden …

● Der Auftrag

So viele Gründe zum Feiern

In seinem Jubiläumsjahr 2026 hat das Jüdische Museum Berlin (JMB) einiges im Angebot: Sonderausstellungen, Familiensonntage, Konzerte, Events und viele weitere kostenfreie Veranstaltungen. Ein Programm, das es verdient, großflächig beworben zu werden. Eins-fix-drei steckten wir knietief im Pitch. Und haben innerhalb von zwei Wochen zwei Kampagnenansätze ausgebrütet, die anscheinend nicht nur uns sehr viel Spaß gemacht haben. Ein gewonnener Pitch – unser erster Grund zum Feiern. Aber nicht zu dolle, denn: Es ging sofort weiter. Innerhalb von zwei Workshops haben wir mit dem wunderbaren Team des JMB fokussiert eingeordnet, wo wir hinwollen (in die ganze Stadt), und wie wir unsere Ziele am effizientesten erreichen (u. a. mit Projektmanagement à la Leo Merkel).

Sichtbarkeit für einen State-of-the-Art Bildungsort

Das JMB steckt viel Herzblut in Ausstellungen, Programme und Formate, die ganz nah dran sind an den Lebenswelten und Bedürfnissen seiner Zielgruppen. Das sagt nicht nur das Museum, sondern auch unsere Erfahrung. Wir durften u. a. eine Erklärfilm-Reihe für die digitale Plattform Di.Kla oder ein kurzweiliges Porträt über Henriette Herz für den Audiowalk durch das Museum realisieren. Und wir können sagen: Nicht nur die Zusammenarbeit macht Spaß, sondern das Ergebnis. Aber klar, das weiß man nur, wenn man sich mit dem JMB beschäftigt, es besucht und seine Angebote ausprobiert.

Und genau da wollen wir die Berliner*innen hinbekommen. Zugegeben, das ist nicht leicht, weil das Angebot in der Hauptstadt einfach riesig ist – wie entscheiden zwischen staatlichen Museen, Kunstgalerien, Pop-ups oder Festival-Wochenende? Zu seinem Jubiläum möchte sich das JMB mit Aufmerksamkeit für sein umfangreiches, kostenfreies Programm beschenken. Und damit, neue Besucher*innen-Gruppen ansprechen, die das Museum bisher vielleicht noch nicht auf dem Schirm hatten. Dazu zählen vor allem Familien mit jugendlichen Kindern, Berliner Auszubildende und Studierende, aber natürlich auch Kulturliebhaber*innen und Kunstinteressierte. Sich in ihre Netzhaut und Hirne zu katapultieren – das war unsere Aufgabe. Und das natürlich mit dem Fingerspitzengefühl, das die Thematik des Museums mit sich bringt: Jüdisches Leben ist mehr als jüdisches Überleben im Holocaust. Es ist vielfältig, ausgelassen und inspirierend. Und genau so wollen wir das JMB zum Jubiläum feiern.

● Das Konzept

Seit immer

Das JMB bewirbt immer wieder Ausstellungen und Veranstaltungen, nicht aber sich selbst als offenen Ort für Bildung und Dialog. Wir haben beschlossen, diesen Subtext zum Klartext zu machen und dem JMB eine selbstbewusste Imagekampagne kreiert. Mit klarer Haltung und kleinem Augenzwinkern – vom bewusst sprachlich irritierenden Claim „Seit immer“, über ein maximal minimalistisches Layout bis zur humorvoll kommentierenden Illustration.

Die Headlines thematisieren die Haltung des JMB, schlagen aber gleichzeitig eine Brücke zu jüdischer Kultur, die Widersprüche aushält, Antworten hinterfragt und in der Architekt Daniel Libeskind nicht nur dem Jüdischen Museum Berlin klare Kanten verleiht.

Das Layout haben wir liebevoll „Das Loch in der Wand“ getauft. Mut zum Weißraum macht sich vor allem in der Berliner Kulturplakatierung bemerkbar, in der sich das reduzierte Design klar vom bunten Durcheinander anderer Plakatierungen abhebt.

Die Illustrationen geben den bedeutungsschweren Headlines eine besondere Leichtigkeit, dem minimalistischen Design ein klares Herzstück. Wie auch das Layout sind die Illustrationen auf das Wesentliche konzentriert: klare Linien, saubere Farbflächen, minimalistische Motive.

● Das Ergebnis #1

Jubiläum findet Stadt

In aller Bescheidenheit: Wir lieben es SEHR! Das Jubiläum des JMB bekommt ganz klar Aufmerksamkeit im Stadtraum. Darüber hinaus haben wir Anzeigen, Flyer, Popcorn und Social Media jubiläumstauglich gemacht.

● Das Ergebnis #2

Im richtigen Museum bist du nie in der falschen Ausstellung

… oder so ähnlich. Yes! Wir durften einen Trailer zum Jubiläum produzieren, der in den Yorck-Kinos ausgespielt wird. Wir haben uns gegen viele Worte und für die große Party entschieden. In 30 Sekunden feiern wir uns durch die Bildwelt des Museums und flexen Vibe und Programm in die Augen und Ohren der Zuschauer*innen. In diesem Sinne – Augen und Ohren auf:

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● Credits

Team

Viel zu tun und wenig Zeit: der Klassiker. Ein Kunde, mit dem das unglaublich reibungslos funktioniert: gar nicht selbstverständlich. Wir bedanken uns bei Hetty Berg, Sandra Hollmann, Amelie Neumayr und Tessa Knobling für die immer wertschätzende, absolut sympathische Zusammenarbeit. Wir feiern euch und mit euch:

Toby Mory – Projektleitung

Leo Merkel – Projektmanagement

Angela Schulz zur Wiesch – Creative Direction & Design

Regine Hähnel – Creative Direction & Text

Natalia Liczycka – Konzept, Recherchen

Patrick Wagner – Design

Karolin Nusa – Illustration

Solène Galland – Illustration

Leo Rey – Motion Design Kinotrailer

Patrick Wolter – Motion Design OOH

Jannek Smolibocki – Motion Design OOH

LeNa Nguyen Thi – Motion Design OOH

Uwe Bossenz und Philipp Koller – Komposition und Sounddesign Kinotrailer